E-Mobilität, Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern: Jetzt Weichen für 2030 stellen
Veröffentlicht von Alexander Kerle, Immobilienkaufmann und Immobilienmakler, Chemnitz in Rund um die Immobilie · Donnerstag 05 Mär 2026 · 1:45
Tags: E, Mobilität, Ladeinfrastruktur, Mehrfamilienhäuser, E, Autos, Mieter, Zukunft, 2030
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Mit dem Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 legt die Bundesregierung die Grundlage für flächendeckendes Laden zu Hause – insbesondere in Mehrparteienhäusern. Der Bedarf ist groß: In rund 24,5 Millionen Wohnungen fehlt bisher eine Lademöglichkeit. Um das zu ändern, plant das Bundesministerium für Digitales und Verkehr eine neue Förderung für Eigentümer und Eigentümergemeinschaften. Diese sollen auch die häufig hohen Kosten für die Erweiterung von Hausanschlüssen und elektrischen Anlagen abdecken – ein entscheidender Punkt, insbesondere bei älteren Gebäuden.
Die genauen Förderbedingungen sollen in Q1/2026 veröffentlicht werden, sobald der Bundeshaushalt beschlossen ist.
Die genauen Förderbedingungen sollen in Q1/2026 veröffentlicht werden, sobald der Bundeshaushalt beschlossen ist.
Eine moderne Ladeinfrastruktur steigert nicht nur den Komfort, sondern auch den Wert und die Attraktivität einer Immobilie. Hinzu kommt: Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) verpflichtet künftig bei Neubauten und Sanierungen zur Vorbereitung von Ladepunkten. Die Bundesregierung soll diese Vorgaben bis Mai 2026 fristgerecht umsetzen. Wer erfolgreich handelt, kann Kosten teilen, doppelte Arbeiten vermeiden und sein Gebäude langfristig zukunftsfähig machen. Künftig sollen Förderprogramme auch bidirektionales Laden – also das Rückspeisen von Strom ins Gebäude – finanziell unterstützen.
In Wohnungseigentümergemeinschaften ist die Umsetzung häufig organisatorisch anspruchsvoll. Zwar hat jeder Eigentümer grundsätzlich ein Recht auf eine Ladestation (§ 20 WEG), doch Abstimmungen und Verträge erfordern Zeit. Genau das kann bei Förderprogrammen mit engem Zeitrahmen zum Nachteil werden. Fachkenntnis und gute Vorbereitung sind daher entscheidend – Verwalter sollten mögliche Förderaufrufe sorgfältig beobachten und die Planung rechtzeitig anstoßen.
Auch steuerlich lohnt sich die Investition: Vermieter von Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäusern können Ladesäulen als eigenständige Wirtschaftsgüter abschreiben – meist über sechs bis zehn Jahre. Bei selbst genutzten Immobilien greift die Handwerkerkosten-Ermäßigung: 20 % der Arbeits- und Anfahrtskosten, maximal 1.200 Euro, lassen sich direkt von der Steuer abziehen. So ergänzen sich Zuschüsse und Steuervorteile zu einem starken Anreizpaket für den Einstieg in die E-Mobilität am eigenen Wohngebäude.